Schiff ahoi.

Ein ziemlich banaler Titel für einen Abend wie diesen. Denn es ist ein ziemlich turbulenter Anlass, welcher mein Vorgänger mir und ich wiederum Steffi bescherte. Aber der Reihe nach. 

Der Entscheid, dass ich der Einladung zum ,maiden call‘ von TUI’s ‚Mein Schiff1‘ in Singapur Folge leisten werde, ist rasch gefällt. War ich schliesslich a) noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff, hab ich b) Gelegenheit den Vorgänger an meinem Job in Singapur mal wieder zu sehen und kann c) einen Überraschungsabend für Steffi arrangieren.
Dass ich uns beide unter anderem mit Passnummer registrieren muss, fordert meine Kreativität und nährt ihre Spekulationen zum bevorstehenden Programm. Es macht das Ganze aber auch umständlich und die Überraschung scheitert beinahe, weil ihr Pass an besagtem Tag prompt zu Hause liegen bleibt! Aber sie meistert diese Hürde und wir schaffen es rechtzeitig zum Terminal. Der Empfang der Stewards (die hiessen wenigstens zu Zeiten von Sascha Hehn in Traumschiff noch so, oder?) ist allerdings sehr barsch und wir fühlen uns eher als Störfaktor da man uns natürlich gesondert durch die Sicherheitskontrolle zum Eingang führen muss. Einmal an Bord und im Gespräch mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht rückt dies zum Glück rasch in den Hintergrund.
Nach verschiedenen Reden und dem Austausch von Plaketten (das gehört sich so bei maiden calls) geht es auf einen Rundgang. Wir zirkulieren durch verschiedene Speisesäle wo sich die Gäste an immensen Buffets Berge auf ihre Teller laden (all inclusive halt), entlang von Läden mit vielem was das Herz begehrt und einer Fotowand mit Schnappschüssen des letzten Landausflugs. An Deck dreht ein Jogger seine Runden, beobachtet (oder eher belächelt?) von Gästen die beim Apéro sitzen. Jener Teil sei abends eigens für die Sportlichen an Bord abgesperrt. Überall wo wir hinkommen, sorgt unsere doch zum grössten Teil adrett gekleidete Gruppe für ziemliches Aufsehen. Das ist allerdings auch nicht allzu schwer zwischen männlichen Gästen in Shorts, Kurzarm-Hemden mit abenteuerlichen Musterungen und Socken zu Riemen-Klett-Sanadalen. Da wirken deren Begleiterinnen gar in schlichten Sommerkleidern elegant. Die gerechte Strafe für unsere Gedanken lauert dann auch prompt um die Ecke, respektive verschwindet um ebendiese. Für ein paar Sekunden zu lang ist unsere Teilgruppe vom Theatersaal derart gefesselt, dass wir plötzlich alleine dastehen. Verschwunden ist der Rest der Gruppe mitsamt Steward. So irren wir für die nächsten Minuten verloren umher. Zum Glück spricht man Deutsch und wir finden den Anschluss zum Führer wieder. Gerade rechtzeitig, weil die Abbiegung zum Restaurant links vor uns liegt. Meeresluft macht (wie bereits auf dem Rundgang bemerkt) bekanntlich Appetit und da sich alle rasch setzen, scheint es nicht nur uns so zu gehen. Für eine knappe Stunde (!) passiert dann aber erst mal gar nix. Ausser dass Brot und Wein in Korb und Glas schwinden. Des Weiteren wird uns der Inhalt der vier (!) Salzmühlen auf dem Tisch erklärt. Gerne hätten wir deren Inhalt auf unserer Vor- oder Hauptspeise gekostet, aber darauf müssen wir uns weiterhin gedulden. Als es endlich mit dem Service los geht stellen wir fest, dass unser Tisch strategisch aber so was von miserabel steht. Wir erhalten die Teller, als bei anderen schon abgeräumt wird. Und just in dem Moment, als wir zur Gabel greifen, setzt der Deutsche Botschafter zu seiner Rede an. Wir besinnen uns unserer guten Manieren und gedulden uns (dem Hungerkoma nahe) noch einen Moment länger. Das Essen ist vorzüglich und wir sind nach dem Dessert erneut einem Koma nah und eine wohlige Müdigkeit macht sich breit. Wie schön, wenn wir jetzt einfach in eine Koje kriechen könnten… Hmhm…. Aber….halt…da herrscht plötzlich Aufruhr….! Jemand aus der Runde sagt, das Schiff würde um elf Uhr ablegen… Bitte? Um elf? Die Uhr zeigt 22:45 Uhr!! Zum Glück folgt umgehend Entwarnung. Leinen los heisst es erst um elf Uhr am nächsten Morgen. Schiff ahoi adieu!

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